Wir müssen reden

Der Lockdown wird verlängert und wir Seelsorger und Seelsorgerinnen brauchen Wege, unseren Dienst ausüben zu können.
Geröllfeld, am Horizont 2 Menschen, im Hintergrund ein riesiges Bergmassiv

Der Lockdown wird verlängert und der Druck auf Hilfsbedürftige steigt. Im Jahr 2020 haben Seelsorger und Seelsorgerinnen erfahren, wo gewachsene Strukturen ihren Dienst begleiten konnten. Leider mussten sie in vielen Fällen vor der Tür bleiben – unbegründet und ohne Aussicht auf ein Gespräch. Wie gut Seelsorgekonzepte greifen und ob sie überhaupt wahrgenommen werden oder gar vorhanden sind, zeigt sich jetzt. Der Druck steigt.

Dabei geht es in der Seelsorge nicht darum, auch ein Stück vom Kuchen abhaben zu wollen. Ob wir systemrelevant sind oder nicht, ist den meisten Kollegen und Kolleginnen herzlich egal. Aber wenn es um die Menschen geht, denen wir verpflichtet sind, ist es nicht mehr egal, ob die Seelsorge in Krisenstäben vertreten ist.

Menschen mit Behinderung werden trotz UN-Menschenrechtskonvention leider immer noch nicht ernst genommen. Sie müssen auch in der Seelsorge ihre Stimme erheben, wenn sie gehört werden wollen. Aber das fällt schwer. Wir haben es mit Menschen zu tun, die es gewohnt sind, eine Sonderrolle einnehmen zu müssen. Das widerspricht dem Begriff Inklusion. Aber im Verlauf des Jahres 2020 wurde bereits deutlich, dass wieder einmal die Sprachfähigen zu ihrem Recht kommen. Wer sprachfähig ist, muss für die sprechen, denen die Worte fehlen.

3 Forderungen für 2021

  • Wir brauchen Seelsorgeskizzen
  • Wir müssen Teil der Entscheidungsebene sein
  • Wir müssen Sprachfähigkeit ermöglichen

Seelsorgeskizzen

In Einrichtungen der Behindertenhilfe, aber auch in Pfarreien soll für alle Menschen transparent sein, was Seelsorge bewirkt und wie Seelsorger und Seelsorgerinnen erreichbar sind.

Eine Skizze der Seelsorge soll in das Leitbild eines Unternehmens eingebunden sein. Beispiel Franz-Sales-Haus.

Warum kein Konzept?

Weil die Anforderungen an Konzepte zu hoch sind. Es braucht zu lange, bis sie fertig formuliert sind.

Entscheidungsebene

Wer über Hygienekonzepte und Zugänge zu Ressourcen entscheidet, muss über Fachwissen verfügen. In unserer Zeit müssen wir darüber hinaus flexibel sein, weil sich das Wissen um COVID-19 mit den Erkenntnissen der Wissenschaft ändert.

Wir brauchen in der Entscheidungsebene Seelsorgende, die die Menschen im Blick haben, die von den Entscheidungen, die dort getroffen werden, in ihrem Leben eingeschränkt oder aktiviert werden.

Sprachfähigkeit

Wer das Mikrophon in Händen hält, kann viele Menschen erreichen. Selbst wenn seine Worte nicht verstanden werden, bleibt er doch derjenigen, der spricht. Alle anderen Menschen hören zu und sprechen vielleicht miteinander, aber sie tragen nichts bei. Das muss anders werden. Wir brauchen Wege, die für alle Menschen eine Teilhabe an Entscheidungsfindungen ermöglichen. Genau die Menschen, die unsere Hilfe in Anspruch nehmen, müssen ihren Beitrag zu unseren Entscheidungen geben können. Letztlich darf es kein “ihr und wir” mehr geben. Letztlich muss in der Seelsorge deutlich werden, dass wir Brüder und Schwestern sind, die den Weg des Glaubens gemeinsam gehen. Aber das ist unter den gegebenen Umständen sehr schwer möglich.

Wir können Telefon, Postkarten, Videokonferenzen nutzen. Aber diese Hilfsmittel müssen auf ihre Handhabbarkeit für Menschen mit Behinderung überprüft werden. Wir müssen individuell die bestmöglichen Weg für Kommunikation wählen können. Dazu gehört der Kampf um persönliche Begegnungen und die Vereinbarungen für sachgerechte Rahmenbedingen.

Links

Triage – Menschen mit Behinderung fordern Mitsprache und eine gesetzliche Regelung

https://www.caritas-essen.de/aktuelles/presse/triage–menschen-mit-behinderung-fordern-mitsprache-und-eine-gesetzliche-regelung-b3294468-0ad5-46a6

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Krankenhausseelsorge in Corona-Zeiten

https://www.waz.de/region/rhein-und-ruhr/krankenhausseelsorge-in-corona-zeiten-abschied-per-video-id228997041.html

AHA – Inklusion

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Ein Beitrag von feinschwarz

Gefängnisseelsorge

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